Neue Wege in der Vermarktung von Reiki?


Vom öffentlichen Vortrag zu Kooperationspartnern und Franchising. Ein Rundumschlag ums Geld.

 

Das einzig Wahre vorneweg

Mund-zu-Mund Empfehlung ist die allerbeste Werbung, „Weitersagen“ wird auch in Zukunft massgebend sein. Insbesondere bei Reiki, denn das subjektive Empfinden und die persönliche Beziehung zum Therapeut und zum Reiki Meister, sind zentrale Elemente in der Reiki Erfahrung. Dass die Praxis positive Wirkung zeigen muss, also objektive Resultate hervorbringen muss, ist nicht nur bei Reiki Voraussetzung für eine erfolgreiche Verbreitung. 

 

Dieser Artikel entstand aus Reise Notizen, die ich kürzlich beim Besuch bei Reiki Anbieter aus unterschiedlichen Stilrichtungen machte. Er soll unseren Lehrern in der Ausbildung einen Einblick in möglichst viele Aspekte geben ohne im Detail verloren zu gehen. Dies schliesst an das Dokument „unser Verständnis von Reiki“ an.

Es war einmal …

…eine Zeit, da bewarb man in den Printmedien einen öffentlichen Vortrag zu Reiki an dem der Besucher Einblick in die Thematik und, wichtiger, einen Eindruck vom Reiki Meister und Lehrer gewinnen konnte. Am Ende ein Anmeldeformular und von den 30 Anwesenden sind letztlich 10 ans Seminar gegangen. Ähnlich wirksam konnten Therapeuten ihre Behandlungen anbieten.

 

… dann kam das Internet

Maschinen vermitteln dem Suchenden Information zu jeglichen Produkten und Dienstleistungen in Sekundenschnelle zu Hause oder an der Arbeit, um Mitternacht oder frühmorgens. Zeitungen sterben aus und Videos ersetzen öffentliche Vorträge.

 

Volle Terminkalender

Aus unterschiedlichsten Gründen scheint die Zeit zunehmend schneller zu laufen. Jedenfalls prasselt immer Mehr Info auf uns ein und zudem werden die Ansprüche vor allem im Beruf immer mehr. Die Folge: Freiräume werden immer enger.

 

Knapp bei Kasse

Der finanzielle Druck wird für immer mehr Menschen immer grösser. Dies führt zu Schnäppchenjagd, die wiederum Preise drückt, was zu kleineren Löhnen führt. Marktwirtschaftlichkeit hat zur Folge, dass das Gesundheitswesen und damit die Krankenkassen zu immer grösseren Auslagen für den Einzelnen führen und ihm so vermeintlich weniger für Ausgaben für Reiki zur Verfügung stehen.

 

Und jetzt?

Herkömmliche PR-Wege funktionieren nur noch bedingt und die Entwicklung ist rasant. Unsere Lehrerin Esther Veltheim pflegte zu sagen: „Wenn es Dir den Teppich unter den Füssen wegzieht, lerne zu tanzen.“

Mischa und ich sind ordentlich am Tanzen gewesen in den letzten 5-7 Jahren. In aller Klarheit möchte ich hier festhalten, dass wir für uns selbst noch keine abschliessende Antwort gefunden. Was seit den 80ern funktioniert hat, hat sich sehr geändert. In unserem Fall kommen noch Rentenalter u.ä. ins Spiel. Aber wir haben einige Modelle ausprobiert, entwickelt und beobachtet, die in der Fülle vielleicht Antworten für zukünftige Generationen enthalten. Es gibt ganz bestimmt noch derer Tänze vieler mehr!

 

„Professionell“

Für uns birgt dieses Wort, erstens, Anspruch für hohe Qualität, Weiterbildung, Selbstüberprüfung, ethisches Verhalten u.v.m. In zweiter Linie beinhaltet es auch die Vorstellung eines Berufes, der ein Auskommen für den Lebensunterhalt gewährleistet. Ersteres ist in jedem Falle Voraussetzung um dem Anspruch „professionell“ gerecht zu werden. Umgekehrt hingegen ist Profitabilität alleine längst keine Garantie für Professionalität. 

 

Reiki als Beruf

Die Rahmenbedingen haben sich in den letzten 20 Jahren geändert: Reiki ist Mainstream geworden, Gesetzte wurden erlassen und der Ruf nach der Bildung für ein Berufsbild wird lauter. Vielerorts wird an Weiterbildungs-, Zertifizierungs- und Qualifizierungsprogrammen gearbeitet. Noch ist es ein weiter Weg bis man Lehren absolvieren oder gar höhere Fachschulausbildungen in Sachen Reiki belegen kann. Ist eine derartige Entwicklung überhaupt erstrebenswert? In der Reiki Welt gibt es hierzu kontroverse Meinungen zwischen denen es zu navigieren gilt.

 

„Laien“ Reiki

Mit den Bemühungen, ein Berufsbild zu schaffen zeichnet sich eine Tendenz ab, Regulierungen einzuführen, die Behandlungen gegen Bezahlung nur von entsprechend diplomierten Therapeuten gegeben werden dürfen. Fatal wäre wenn solche Diplome höhere Reiki Grade voraussetzen – im schlimmsten Falle gar von einer monopolisierender Instanz. Alle, die kein Diplom hätten, also reguläre Reiki Seminarabsolventen, würden quasi als „Laien“ angesehen, deren Behandlungsfreiraum sich ausschliesslich auf Familie und Freunde und ohne Entgelt reduzieren würde.

 

Krankenkassenrückvergütungen

In der Regel wird Reikis Anerkennung durch Krankenkassen befürwortet. Zum einen weil dies Ausdruck gesellschaftlicher Akzeptanz von Reiki ist. Und weil Therapeuten sich erhoffen, dass damit mehr Menschen Behandlungen von ihnen wünschen. Verständlich.

Aber auch fragwürdig, denn sollte nicht „wer heilt“ und nicht „wer zahlt“ Recht haben? Eine polemische Frage, zugegeben. In der Realität wird jeder seinen Weg mit diesem Thema finden müssen, auch wenn die Bestimmungen von Land zu Land variieren, von Kanton zu Kanton und von Versicherer zu Versicherer.

 

Unsere Sicht

Mischas und meine Meinung ist es, dass Profi und Laie gleichermassen Berechtigung haben. Das eine tun und das andere nicht lassen. So respektieren wir die Bemühungen um Anerkennung von Reiki, wehren uns aber gegen Monopolisierungsansprüchen oder gegen Gesetzte, welche die Reiki Praxis in ein enges Gerüst schliessen oder an komplizierte Bedingungen knüpfen. Die Einfachheit im Umgang mit reiki, dessen nicht-invasive und nichtmanipulierbare Eigenschaft sind uns wichtig. Detaillierte Stellung haben wir dazu im Artikel Anerkennungsbemühungen bezogen.  

Die Vermarktung von Behandlungen oder Seminaren im professionellen Sinne ist Gegenstand des vorliegenden Artikels. Und zwar unter der Annahme, dass eine ernsthafte und eingehende Ausbildung bereits gewährleistet ist. Damit meinen wir den Besuch im Reiki 1 für den Reiki Therapeuten (Reiki 2 ist dazu keine Voraussetzung) und die Ausbildung zum Reiki Lehrer.

 

Meister ≠ besserer Therapeut    

Eine Behandlung kann von einem Menschen mit dem ersten Reiki Grad so effektvoll gegeben werden wie von einem Meister. Letztere scheinen sich gelegentlich einen „Wettbewerbsvorteil“ zu versprechen, wenn sie ihren höheren Grad in den Vordergrund stellen, wenn es um die Bewerbung ihrer Behandlungstätigkeit geht. Meines Erachtens ist dies nicht nur faktisch falsch und widersprüchlich zur Vorstellung, dass reiki vom Empfänger quasi abgerufen wird (und nicht vom Behandlern „gespendet“). Es ist auch aus ethischer Sicht kritisch zu hinterfragen.  

 

Initiator ≠ Reiki Lehrer (Meister)

Jemand, der zwar selbst die Einweihung auf den Meister Grad erhalten hat (also z.B. das Initiatoren Seminar absolviert hat), darf sich in unserer Praxis nicht Meister nennen. Dies ist denjenigen vorbehalten, die sich als Reiki Lehrer haben ausbilden lassen, also eine ein- bis zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben und so gelernt haben, Reiki Kurse zu geben.

Für die Initiation ist kein Entgelt zu verrichten, bzw. zu verlangen. Initiatoren können behandeln (so wie Absolventen des ersten und des zweiten Reiki Grades). Dafür dürfen sie innerhalb des gesetzlichen Rahmens Geld verlangen.

NB Der Energieaustausch entschädigt die aufgebrachte Zeit des Behandlers. Er ist nicht für das reiki!

 

Meister = Lehrer ≠ Therapeut

Eine weitere berufsethische Herausforderung, denn: Der Kern der Aktivität eines Meisters ist Initiation, die in der Regel im Seminar eingebettet ist. Ein Seminaranbieter (Lehrer / Meister) ist selbstredenderweise fähig, Behandlungen zu geben. Es ist erstrebenswert, dies regelmässig zu tun. So praktiziert der Lehrer was er lehrt. Dabei sollte er sich in jeder Hinsicht und insbesondere in der Vermarktung respektvoll zurückhalten und seinen Schülern den Vortritt geben, denn des Meisters Primärfunktion ist zu initiieren und zu lehren; die Schüler sind es die als Therapeuten in den Vordergrund treten.  

NB Auch Initiation ist nicht zu entgelten! Eine Seminargebühr entlohnt für die Tätigkeit des Lehrers.

 

Einkommen und Bewerbung von Behandlungen und Seminarien

Einkommen kann von beiden Aktivitäten generiert werden. Das Konzept des „Energieaustausches“, der im professionellen Umfeld meist über Geld abgewickelt wird, besteht seit jeher. Viele gute Gründe sprechen für diese Praxis. Dabei gilt für uns das Motto „Geld darf kein Hindernis sein“. Letztlich entscheidet jeder Anbieter selbstständig über das von ihm verlangte Entgelt. Allerdings sollte man sich dabei an den Richtlinien von Berufsverbänden orientieren.

Das Bewerben hingegen unterliegt Gesetzen, die vom Staat vorgegeben und denen zu folgen ist. Darüber hinaus gibt es Richtlinien und Verhaltenskodexe von Berufsverbänden, die man berücksichtigen sollte, ob man Verbandsmitglied ist und ob man „nur“ als Laie praktiziert oder nicht.

 

Fernbehandlung

Wenn in diesem Artikel von „Behandeln“ gesprochen wird, dann bezieht es sich der Einfachheit halber auf Behandlung in persona und mit Berührung. Die Möglichkeit der Fernbehandlung kann in der Praxis vom Laien wie vom Profi miteinbezogen werden, vorausgesetzt, das Reiki 2 Seminar wurde absolviert. Dann sind die dort unterrichteten Richtlinien und ethischen Grundsätze zu berücksichtigen. Fernbehandlungen werden in der Regel ähnlich verrechnet wie Behandlungen in der Präsenz des Therapeuten, dh der Zeitaufwand ist das Entscheidungskriterium.

 

Selbstbehandlung

Ein Reiki Therapeut hat eine ethische Verpflichtung, seinen Klienten darauf aufmerksam zu machen, dass es in Reiki die Möglichkeit der Selbstbehandlung gibt und dass in der Regel jeder Mensch sich das aneignen kann. Mit diesem Hinweis entlässt der Therapeut seinen Klienten in die Selbstverantwortung. Und verliert – vermeintlich – einen Kunden. Die Erfahrung zeigt, dass solch korrektes Veralten letztlich geschäftsfördernd ist, denn der Kunde wird es schätzen und den Therapeuten als integre Person weiterempfehlen. 

 

Definition von „Erfolg“

Letztlich ist das eine individuelle Angelegenheit. Der Laie findet Erfüllung und damit Erfolg unabhängig davon wie viele Behandlungen er gibt und die Zahl der Kursteilnehmer ist für ihn nicht relevant. Es mag schön und befreiend sein, wenn kein wirtschaftlicher Druck und keine finanzielle Abhängigkeit vom Erfolg besteht. Für den Profi mag sich Erfolg auch über die Wirtschaftlichkeit definieren. Das ist weder besonders wertvoll noch verwerflich. So wenig fehlende Geldmotivation automatisch Zeuge von edler Absicht oder Altruismus ist, so wenig ist Geldverdienen sonderlich erstrebenswert oder ruhmreich.

Die Erfüllung der eigenen Berufung steht bei unserer Definition von „Erfolg“ im Vordergrund, nicht die Verfolgung von Beruf. Glücklich schätze sich wer Beruf und Berufung verbinden kann.

 

Faktor „Initiation“

Wie smart geschliffen Werbung auch immer daher kommt, wie modern und ausgeklügelt sie auch sein mag … nützt alles nichts. Denn der springende Punkt für die Tätigkeit des Reiki Meisters – oder sollte ich „der ausschlaggebende Funken“ sagen – ist die Initiation (Einweihung, Einstimmung). Zwischen dem Einzuweihenden und seinem Meister besteht eine besondere Beziehung, die kaum in Worten zu umreissen ist. Sie steht ausserhalb von sozialen Medien, Technologie und Marketing.

Initiation ist das A und O in Reiki und der Schlüssel zu reiki.

 

Der „Reiki Profi“

Das kann eine Person sein, die einen Grossteil ihres Arbeitspensums in Reiki Aktivitäten investiert ohne dass dabei finanzielle Interessen im Vordergrund stehen. (z.B. Ein wohlhabender Mensch, der viele Stunden für Reiki Vereine oder andere -Organisationen arbeitet.) Oder es kann auch jemand sein, der z.B. als Therapeut in einer Klinik angestellt ist.

In diesem Artikel sind in erster Linie mit Reiki Profi Menschen gemeint, die Reiki unternehmerisch zum Beruf und als Einnahmequelle entwickeln wollen. Seminaranbieter und -Therapeuten generieren oft zu wenig Ertrag, um davon leben zu können und müssen deshalb über diese Tätigkeiten hinaus Reiki relevante Einnahmequellen oder Werbeaktionen entwickeln. Ein solcher Reiki Profi wird auf verschiedenen Bühnen zu Hause sein und wird sie oftmals miteinander verbinden müssen, um den von ihm oder ihr gewünschten Erfolg zu schaffen.

 

Öffentliche Vorträge

Möglicherweise wird ein Elektronik-Überdruss zukünftig wieder mehr Menschen an solche Anlässe locken. Zurzeit füllen einige wenige Lichtgestalten ganze Hallen. Kleinere Anlässe hingegen scheinen schlecht besucht zu sein und die hohen Ausgaben für Raummieten, etc. rechnen sich kaum.

Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Reiki erachte ich allerdings auch ein Stückweit als Ehrensache, bei der der direkte Nutzen, also das Kundenakquirieren, im Hintergrund steht.

 

Themenspezifische Vorträge 

Diese Art der Veranstaltung ist in jeder Hinsicht vielversprechender. Vor allem wenn ein themenbezogener Veranstalter den Vortrag sponsert und so sicherstellt, dass (s)ein Publikum zugegen ist. Beispiele:

  • Versicherungsgesellschaft – Burn-Out
  • Selbsthilfegruppen – Schleudertrauma, Angehörige von Demenzkranken
  • Mütter – Kleinkinder
  • Arbeitsgeber – Personalausfälle
  • HR – „soft skills“ (Empathie, soziale Kompetenz)
  • Kliniken – Weiterbildungen für Fachärzte
  • Berufsausbildungsstädten – Friseure
  • Berufsverbände – Zahnärzte, Pfleger

Solche Vorträge können nicht nur Werbung in eigener Sache sein, sondern werfen zudem oft ein Referentenhonorar ab.

 

Referate innerhalb der Szene

Anlässlich von Festivals, Symposien u.ä. kann man eingeladen werden, um ein Referat zu einem spezifischen Thema zu geben. Je nach Zielpublikum und Dienstleistung können dies attraktive Plattformen für Eigenwerbung ein. Für einen Fachbuchautor oder Musikproduzent etwa. So konnte ich 2017 nach einem Podiumsgespräch an ProReikis Jahreskongress erfolgreich USB Sticks (Video Archiv mit deutschen Untertiteln) verkaufen. Das ist auch notwendig, denn die Kostenentschädigung an solchen Anlässen deckt meist kaum die Auslagen.

Zudem erreicht man in der Regel an einem solchen Anlass Fachpublikum, quasi die bereits Überzeugten … also kaum eine Werbeplattform für Behandlungen oder Seminare (es sei denn man offeriert gezielte Weiterbildungen wie z.B. das Grundlagenseminar oder das Zertifizierungsprogramm von ProReiki). Somit werte ich solche Opportunitäten eher als Imagepflege oder Dienst an der Gemeinschaft – durchaus ehrenwert und vor allem für die Erfolgreichen eine gute Gelegenheit etwas zurück zu geben.

 

Networking

Das Verknüpfen mit und das Kennenlernen von anderen Menschen birgt Marketingchancen und ist deshalb von grosser Wichtigkeit. Networking ist vor allem im nicht Reiki- oder Gesundheits-/Wellness Umfeld fruchtbar. (Innerhalb der „Szene“ finde ich fast nur Mitbewerber und Experten, aber kaum mein Zielpublikum). Je nach Zielrichtung sind unterschiedliche Kreise von Menschen interessant. So wird jemand der lokale Kooperationspartner sucht, sich auch in politischen Kreisen bewegen müssen und auch mal der Einladung an eine Gemeindesitzung folgen.  

Eine der Grundregeln beim Networken: indirekt fragen. Also so: „ich würde gerne ein Seminar für gestresste Manager anbieten. Wenn Sie in meiner Lage wären, an wen würden Sie sich richten?“

Networking und Mund-zu-Mund Werbung gehen Hand in Hand, ob für Profi oder Laie.

 

Soziale Medien

Ob für den Laien oder den Profi, Facebook, Twitter, Linked-In, Xing, etc. sind potentiale Werbeplattformen. Ob sie sich als solches in Anbetracht der elektronischen Informationsflut nachhaltig bewähren? Es kommt nun auch noch das vermehrte Bedürfnis nach Datenschutz dazu. Bringt dies ein Revival der alten Printmedien hervor? Jedenfalls muss Werbung in sozialen Medien effektvoll durchdacht sein und bedarf eines grossen Zeitaufwandes, denn sie will immer wieder aktualisiert werden. Unsere Facebook Seite

 

online Inserate 

 

Google Ads, Facebook und Co sind die Zeitungsinserate von einst. Man kann genau definieren, welche potentiellen Klienten man gerne ansprechen würde: Altersgruppe, Geschlecht, Gegend, Reiki, etc. Das klingt vielversprechend. Und wenn anhand von z.B. Google Analytics herausgefunden werden kann an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit es besonders effektiv sein soll, diesen Kundenkreis zu bewerben, dann sollte die Werbung einschlagen wie eine Bombe. Sollte. Meine Erfahrungen haben das nicht bestätigt. Ja, sehr viel mehr Traffic auf unserer Webseite, aber „Verkäufe“ (z.B. von Videos) sind kaum angestiegen. Liegt es am Produkt? Möglich. Oder vielleicht hält diese Art der Werbung weniger als dass sie verspricht.

 

Webseite (Broschüren, etc.)

Es gibt Stimmen, die sagen dass Internetauftritte passé sind und dass die sozialen Medien zukünftig den Markt beherrschen. Stand 2018 kann man sagen, dass Webseiten noch Beständigkeit haben und ein Reiki Profi ein Homepage braucht und meist auch darauf achten wird, dass sie Suchmaschinen-optimiert ist, denn wir alle und somit auch unsere Kunden googeln, wenn wir Information suchen. Die sozialen Medien scheinen mir flüchtiger, weniger nachhaltig. Wie sich das aber weiterentwickeln wird, vermag ich nicht zu beurteilen.

Es gibt einige zentrale Elemente, die bei allen Werbeträger (ob Print oder elektronisch) enthalten sein sollten. Dies wird in der Lehrerausbildung vertieft thematisiert.

 

Corporate Identity (CI)

Eigentlich sollte die Überschrift hier „Vision“ lauten und an alleroberster Stelle stehen. Die angebotene Dienstleistung, deren Vermarktung hier thematisiert wird, ist lediglich Ausdruck der Grundmotivation und Inspiration eines Unterfangens. Das CD (Corporate Design), also das Erscheinungsbild, leitet sich ebenfalls davon ab. Form follows function. Oder: Design dient Sinn und Zweck.

Vision, CI, CD sind Themen der Lehrerausbildung. Sie verdienen hier Erwähnung, weil sie der Ausgangspunkt für die Vermarktung sind. Für den Reiki Profi dürfte zudem der Business Plan zwischen Vision und CI stehen.

 

Merchandising

Viele Profis verkaufen Reiki Musik oder Bücher unter dem Motto „jeder Tropfen zählt“. Zu unterscheiden gibt es den Verkauf von Datenträger (CD, USB-Stick) und Gedrucktem (Bücher) per Postversand und den Verkauf von Downloads für E-Geräte (E-Books, Handys). Letzterer nimmt zu und ist sehr attraktiv, denn er erübrigt Eintüten, Etikettieren und den Gang zur Post. Gute Marge bei kleinerem Aufwand.  

Ich finde es schwierig, neue Produkte zu finden, die unserer CI entsprechen. Vielleicht ist es altmodisch aber Mischa und ich möchten gerne durch die Produkte, die wir verkaufen repräsentiert sein. Wir wollen nicht allein der Verkaufszahlen willen einen Supermarkt ähnliches Angebot machen. Wir empfinden das gar als imageschädlich; für uns und für Reiki. In unserem Fall haben wir deshalb meist selbstproduzierte Artikel und Videos, die nahezu ausschliesslich in Bezug zu Reiki und unserer Praxis stehen. Unser online Shop

Mal abgesehen davon, dass Merchandising Einnahmen generieren kann, bringt es Besucher auf die eigne Webseite, die vielleicht sonst dort nicht ankämen. Auch geben unsere Klienten das von mir geschriebene Buch o.ä. gerne als Geschenk weiter. Das wiederum ist sehr gute Werbung für unsere Dienste. 

 

 Online Shop

Das ist in der Regel aufwendiger als landläufig gedacht, denn Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal müssen eingerichtet und die Abwicklung will gewährleistet sein. Handkehrum ist es eine effektvolle Plattform für Merchandising und vor allem Downloads sind besonders lukrativ, weil man nichts mehr damit zu tun hat, wenn alles mal automatisiert ist und läuft.

Statt einem eigenen online Shop empfiehlt sich eine Partnerschaft mit jemand, der bereits ein E-Geschäft hat. Selber präsentiert man die Ware auf der eigenen Webseite und verlinkt sie zum Partnershop. Jedesmal wenn dort eingekauft wird und der Käufer über die eigene Webseite beim Verkäufer gelandet ist, erhält man eine Gutschrift.

Ich bin der Meinung, dass klug gewähltes Merchandising und ein online Shop für den Reiki Profi auch Werbeträger sein können.

 

Datenschutzverordnung

Seit 2016 gibt es eine Verordnung, die uns tangiert sobald wir elektronisch Daten erfassen. Sei dies bei online Anmeldungen oder bei einem Kauf im Shop. Noch ist ungewiss wie die Überprüfung von Einhaltung, bzw. die Sanktionierung bei Nichteinhaltung umgesetzt wird. Ja, es besteht Konfusion wie genau die Verordnung einzuhalten und umzusetzen ist. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass diese Verordnung am 26. Mai 2018 in Kraft tritt.

 

Online Unterricht

Grundsätzlich sind alle Grade in Reiki in persona zu unterrichten. Wobei das präzisiert werden muss: die Initiationen müssen in Gegenwart des Meisters ausgeübt werden (so auch die Bedingung im deutschen Berufsverband ProReiki). D.h. dass z.B. Nachbetreuung (Beantwortung von Fragen) oder Unterrichtselemente, die keiner Initiation bedürfen, durchaus per Skype, WhatsApp u.ä. vermittelt werden können und dürfen. Gerade online Unterricht mit Bildschirmübertragung hat sich sehr bewährt und ist kostengünstig und zeiteffizient. Webinars erfreuen sich grosser Beliebtheit. Sie fördern auch die Tradition der mündlichen Überlieferung (im Gegensatz zu Emailverkehr). Zu berücksichtigen gelten etwaige Vertraulichkeitspraktiken (z.B. im Umgang mit Symbolen) insbesondere wenn Sitzungen aufgezeichnet werden und in der Cloud gespeichert werden.

Wenn die Technologie der Professionalität dient, dann spricht nichts dagegen. Ich denke, von einem Profi kann gar erwartet werden, dass er sich diese Möglichkeiten zu Nutzen macht und entsprechende Dienste anbietet. Allerdings soll die Technologie nicht eine Abkürzung sein für Prozesse die von Antlitz zu Antlitz gemacht werden wollen. Einen derartigen Eindruck gilt es zu vermeiden, denn er wäre ein werbetechnisches Desaster.  

 

Videos

Beim Vermarkten von unseren Dienstleistungen sind Videos, in denen wir uns und unser Angebot vorstellen, ein veritabler Ersatz für den öffentlichen Vortrag. Mischas Vortrag und Renés Vortrag

  • Ausbildungsvideos z.B. für die Meisterausbildung können einfach und effizient aufgenommen werden und gehören heute zu Ausbildungsunterlagen wie z.B. ein -Handbuch. Sie dienen uns als internes Hilfsmittel und werden nicht veröffentlicht. (Gerne auf Anfrage.)
  • Informationsvideos zu Reiki im Gefängnis, der Klinik, der Suchthilfe, etc.
  • Ich habe mit meinem Aussöhnungsprojekt historisch relevante Videos aufgenommen, teils öffentlich und kostenfrei und teils zum Verkauf über Vimeo (deutsch untertitelt. Facebook Seite reiki-conciliation

Videos können auf der Webseite deponiert und per sozialen Medien verteilt werden. Sie sind effektvolle Werbeträger, kultivieren das Image und fördern die Kundenbindung. Viele unserer Schüler haben das Video mit ihren Freunden geteilt und das ist bestes „Weitersagen“. Grundsätzlich kann man sagen, dass Videos sich in unserer heutigen visuell orientierten Nachrichten- und Werbewelt bewährt haben. Es gilt: je kürzer und pointierter, desto besser.

 

Veröffentlichungen

Als Autor eines Buches oder regelmässiger Kolumnist in einem Magazin kann man sich durchaus einen Namen machen. Einzig, nicht jeder Therapeut oder Lehrer ist auch Schreiberling. Letztlich aber wird der Profi irgendwie publizieren müssen. Sei es per Video, Blog oder Newsletter. Beides, das Akquirieren von Neukunden und das Kultivieren der Beziehung zur bestehenden Klientel, werden mit Publikationen gewährleistet. Früher, als Inserate in Printmedien noch beachtet wurden, konnte man oft einen PR Text zusätzlich erfassen. Das geschieht heute vermehrt online. Dabei müssen Artikel immer knackiger, sexier und vor allem kürzer werden, damit sie beachtet werden – eine Tendenz in einer vermeintlichen Realität die vielen missfällt.  In unserem Falle stehen die Neuigkeiten auf unserer Webseite und unser Newsletter im Vordergrund. 

 

Reiki Abende und -Gruppen

Solche Anlässe bergen meines Erachtens eine ethische Herausforderung: einerseits fördert der Lehrer die Selbständigkeit des Schüler und betont insbesondere die Selbstbehandlung. Andererseits organisiert der Lehrer Anlässe an denen er aufgrund seiner Position im Mittelpunkt stehen wird. Das kann ein Widerspruch sein. Muss nicht. Es dient dem Schüler durchaus, wenn der Lehrer gelegentlich bei solchen Anlässe vor Ort ist. Und umgekehrt dient es dem Lehrer, sich und seine Dienste (höhere Grade) zu präsentieren. Ein Spagat, den zu tun es sich lohnt; mit gebührendem Feingefühl!

 

Messen

Wenn Therapeuten oder Lehrer sich zusammen tun und eine Messe organisieren, oder ein Verband oder Schule sich auf diese Art präsentiert, dann mag das durchaus vermaktungstechnischen Sinn machen. Für einen einzelnen Aussteller haben wir es in der Praxis noch nicht erlebt, dass ein Messestand effektvoll ist. Persönlich fühle ich mich auf Ständen auch auf Fachmessen ein wenig wie auf dem Jahrmarkt und fragte mich jeweils in der Vergangenheit, ob das der Sache wirklich dient. Von einem Kollegen weiss ich, dass Behandlungen von Messebesuchern heutzutage gerne entgegen genommen werden, weil viele Besucher von Reiki schon gehört haben. Das mag durchaus seine Werbewirkung haben. Mag sein, dass Messen auch für Merchandising funktionieren.

 

Franchising

In der Reiki Welt wird darunter meist verstanden, dass ein spezifischer Reiki Stil oder -Schule gegen eine Gebühr zulässt, dass jemand mit dem CD oder Konzept des Franchisegebers über eine gewisse Zeit und in einem gewissen Gebiet wirken darf. Die Gebühr kann unterschiedlich gestaltet werden. Das ist für den Franchisenehmer dann interessant, wenn der -geber, bzw. dessen Alleinstellungsmerkmal in irgendeiner Form beliebt und bekannt geworden ist. Es gibt Beispiele in der Reiki Welt bei denen das zu funktionieren scheint. Wir selber stehen Franchising kritisch gegenüber. Es hat für uns den Beigeschmack von Networkmarketing (Pyramidensystem). Ob das gerechtfertigt ist oder nicht, mögen andere beurteilen. Uns scheint es jedenfalls der Individualität und Selbstverantwortung nicht förderlich zu sein, die wir so sehr hochzuhalten versuchen.

 

Lizenzverträge

Es ist denkbar, dass der Vertrieb des eigenen Brands auch über Lizenzverträge abgewickelt werden kann. Grundsätzlich verhält es sich ähnlich wie beim Franchising: neben den ethischen Bedenken stellen sich Fragen nach Vertragsrecht, Qualitätskontrolle, Wettbewerbsregulierung, etc. Mich dünkt, dass all diese Modelle den Juristen mehr dienen als den Reiki Anbietern und deren Tätigkeit. Zudem bezweifle ich, dass sie dem Ansehen von Reiki besonders gut tun.

Mir sind zwei Modelle bekannt, die sich im Bereich Franchising und Licencing (Gestattungsvertrag) befinden und sich für die Inhaber zu lohnen scheinen. In einem Fall ist gar eine Dose Merchandising eingestreut (dabei darf der Vertragspartner unter gewissen Bedingungen ein kostbares, zertifikatähnliches Utensil käuflich erstehen).

 

Branding

Als Brand versteht man in erster Linie, dass man als Marke erkannt wird. CD und ein einschlägiges Logo helfen dabei. Unter Branding ist somit die Tätigkeit zu verstehen, eine Marke mit möglichst schlagkräftigen Alleinstellungsmerkmalen zu kultivieren und erkennbar zu machen. In der Reiki Welt geschieht das oft über die Gründung einer eigenen „Schule“ oder „Stils“. Es gibt viele Beispiele; die Reiki Allianz dürfte eines der ersten gewesen sein … inklusive Markenschutzbemühungen in den 90ern. Bis zu einem gewissen Masse muss jeder Anbieter sich irgendwie präsentieren und bedarf somit eines Erscheinungsbildes. Dass man dabei auch ein starkes Wiedererkennungsmerkmal anstrebt, ist verständlich. Branding im Sinne von Exklusivanspruch erachten wir als fragwürdig. Branding geht oft Franchising voraus. 

 

Geistiges Eigentum

Dass ein Therapeut oder Lehrer zwecks Wiedererkennung ein Logo entwickelt, ist nachvollziehbar. Auch dass er es rechtlich mit ® (r) schützen möchte. Auch, dass er etwaige von ihm entwickelte Unterlagen mit © bezeichnet, um sie nicht wildem Fotokopieren freizugeben, ist verständlich. Von mir aus kann es gar bis hin zu Franchising gehen. Das muss jeder für sich entscheiden. Aber, wenn es um Alleinansprüche geht und um Ausgrenzung anderer Stile und Schulen, dann gehen bei mir Alarmglocken mit der Frage los, ob sich solches Verhalten noch innerhalb der üblichen Verhaltenskodexe bewegt. Mal abgesehen davon, bin ich der Überzeugung, dass im Umgang mit reiki … und Reiki … solche Schüsse hinten raus gehen – mögen sie in der freien Marktwirtschaft noch so effektvoll sein.

 

Zertifizierungen u.ä.

Ja, man darf mit dem Logo eines Berufsverbandes oder einer Zertifizierung in Werbematerial zum Ausdruck geben, dass man dazugehört und die entsprechenden Überprüfungen bestanden hat. Sich selber aber quasi hinter solchen Merkmalen zu verstecken, ist kontraproduktiv zur Absicht der Promotion. Zuerst kommt der Anbieter, der Mensch und dann seine Qualifikation. So meine Überzeugung im Umgang mit reiki. Qualifizierungen, Zertifizierungen usw. mögen einen Marketingstellenwert haben; er sollte nicht überschätzt werden. Im Übrigens sind die oftmals strengen Auflagen von Zertifizierungsstellen zu beachten, die Werbung mit dem Logo reglementieren.

 

Kooperationspartnerschaften

Ein Beispiel: Eine Bank hat eine Webseite. Darauf wirbt sie damit, dass ihre Kunden in den Genuss einer 20% Vergünstigen bei verschiedenen Partnern der Bank kommen. Darunter auch Reiki Anbieter. Dieser pflegt sein eigenes Image indem er auf seiner Webseite mit dem Bank Logo zeigt, dass eine seriöse Institution ihn als Kooperationspartner anerkennt und damit quasi edelt . Neben der Bank kann es auch eine Versicherungsgesellschaft geben, Gemeinden, Kulturstädte, etc. Solche Verträge können eine Exklusivitätsklausel beinhalten, d.h. die Bank hat nur einen Reiki Anbieter auf ihrer Partnerliste und umgekehrt der Reiki Mensch zeigt nur eine Bank auf. Das kann vor allem Sinn ergeben, wenn es sich um eine Reiki Klinik oder -Schule mit festem Sitz und regionaler Ausbreitung handelt. Zudem steigt der eigene Wert für Franchisegeber, wenn sie in ganzen Regionen flächendeckend mit Partnern arbeiten.

 

Mäzenentum vs Kredit

Gerade in einer Aufbau- oder einer Veränderungsphase kann es sein, dass ein Gönner auftaucht, dem finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und mit seinem Geld Gutes tun möchte, weil er gut findet was man tut. Das funktioniert. Allerdings meine ich, dass das Zauberwort dabei „bedingungslos“ sein sollte. Damit ist gemeint, dass es nicht ein Kredit ist – was als Finanzierungsquelle mit einem soliden Businessplan z.B. bei der Gründung einer Organisation durchaus Sinn machen kann. Ich meine eine Finanzierungsquelle, die an keinerlei Konditionen geknüpft ist. Also „Bedingungslosigkeit“ in beide Richtungen: beim Geben sowie beim Annehmen. Ich habe den Verdacht, dass die Schwierigkeit mit Letzterem der Grund dafür ist, dass Mäzenentum nicht häufiger geschieht.

 

Organisationen

Hiermit meine ich nicht Schulen, Stile oder Vereine, sondern Organisationen, deren Zweck es ist mit Dienstleistungen (Vermittlung von Therapeuten, Notfallkette, Weiterbildungen, Publikationen wie Zeitschriften, usw.), gegen Entgelt und unter marktwirtschaftlichen Bedingungen unternehmerisch tätig zu sein. Ich bin überzeugt, das ist ein zukunftsträchtigstes Feld für Reiki Profis. Die Finanzierung dürfte der Schlüssel dabei sein. Freiwillige Spenden scheinen ungut zu funktionieren – ein fester Bezugs-, Abo-, Mitmach-Betrag wäre meine Empfehlung (ich habe mich vom Wort „Mitgliederbeitrag“ ferngehalten, weil eine solche Organisation eher keine Mitglieder im Sinne eines Vereines hat). Bei regelmässig zu bezahlenden Beiträgen müssen sie attraktiv gering sein; dann können sie Anklang finden. (Die Umfrage bei RIO in 2017 hat einen Betrag von 45 Euro als erfolgsversprechend hervor gebracht.)

 

Sponsoren

Meine Erfahrung mit Sponsoren ist gut. Der Sponsor identifiziert sich mit dem Angebot, hat Freude daran und erhält einen klar im Voraus definierten Nutzen für sich. Beispiel: Ich finanzierte den Film Aussöhnung … auf diese Art und die individuellen Sponsoren wurden im Abgang erwähnt. Sie erzielten damit einen Werbeeffekt für sich selbst, weil der Film weltweit gezeigt wurde. Zudem konnten sie den Film bei ihrer Klientel präsentiert. Was wiederum Werbung für den Film war. Für klar umrissene und zeitlich begrenzte Projekte sind mehr Menschen grosszügig als man auf Anhieb vielleicht denken würde. Für ein einmaliges Sponsoreninvestment sind grosse Beträge erzielbar. (Beim Film setzte ich eine Obergrenze von 1000 Euro und suchte mehrere Sponsoren aus unterschiedlichen Interessengruppen, um meine Unabhängigkeit zu gewährleisten.)

 

Tagungen, Konferenzen, Conventions, Symposien,

Die Durchführung von solchen Anlässen kann lukrativ sein. Sie können von einer für diesen Zweck geformten Interessengruppe organisiert werden oder einer die Reiki Stile überbrückenden Organisation. Sobald sie von einem Brand oder einer exklusiven Gruppe veranstaltet werden, limitiert sich das Besucherpublikum. Für den Organisator sind solche Anlässe eine gute Möglichkeit, sich selber zu präsentieren.

 

Eigene „Schule“

(Mit „Schule“ ist hier keine fixe Lokalität gemeint, sondern Gedankenschule, Lehre.) Sogenannte „freie“ Meister und Therapeuten sind so bezeichnet, weil sie sich nicht mit einer spezifischen Stilrichtung oder einer etablierten Praxis identifizieren und keiner Schule angehören. Zur gegenseitigen Unterstützung ist es durchaus denkbar, dass Lehrer sich zusammen tun. Vor allem, wenn sie in derselben Tradition, Praxis in demselben Stil unterrichten. Das kann vielerlei Vorteile bergen. In dieser Idee verankert ist The Reiki NETWORK (TRN), welches die Ausbildungsstandards von Reiki Lehrern weltweit abgleicht und damit eine hohe Unterrichtsqualität gewährleisten will. Die Schattenseite solcher Strömungen besteht in möglicher Ausgrenzung, Exklusivansprüchen, Monopolstellungen usw. Das war in der Vergangenheit der Grund weshalb viele Therapeuten und Meister lieber „frei“ geblieben sind. Die Kunst für Schulen muss darin zu bestehen, mit der Schattenseite achtsam umzugehen. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang ist „inklusive“. Mit der Zugehörigkeit in einer Schule verhält es sich ähnlich wie bei Zertifizierungen u.ä.: die Authentizität des Individuum gehört in den Vordergrund.

 

Reiki Institution

Es gibt auch Schulen im herkömmlichen Sinne einer Ausbildungsstätte. Es gibt sie mit Postadresse oder als online Plattform. (So hat beispielsweise die Europäische Reiki Gruppe, ERG, eine Vorrichtung für Akademiker.) Mischa und ich bieten an unserer Wohnadresse Seminaren sowie Behandlungen an und haben die entsprechenden Räumlichkeiten dafür. Wir erachten dies nicht als „Institut“ (Akademie, Lehranstalt, Bildungsstätte, etc.), sondern es dient schlicht dem Zweck der Effizienz. Ähnlich wie wir online Unterricht in gewissen Situationen geben. Wenn man wollte, dann könnte man unser Unternehmen reiki-international als „Schule“ bezeichnen. Umso mehr da wir eine Qualifizierung für Reiki Lehrer anbieten. Selber sehen wir uns selbst nicht so. Es ist aber für zukünftige Generationen denkbar, auf diese Art ein regelrechtes Institut zu gründen.

 

Steuern, Buchführung, Gesellschaftsform, Gewerbeanmeldung, Handelsregister….

Es ist offensichtlich, dass zur Professionalität gehört, die lokalen Gesetze und Gepflogenheiten zu respektieren. Diese Faktoren sind nicht Gegenstand dieses Artikels und es sei darauf hingewiesen, dass es hierzu viele Spezialisten gibt und die Berufsverbände gute Informationsquellen und Ratgeber sind. (So zum Beispiel der „Reiki-Fuchs“ von ProReiki.)

 

Karriere

Selten wird die Person sein, die am Tag Eins eine Vision hinschreibt, ihre Corporate Identity kennt und einen Fünfjahresplan lückenlos und problemlos umsetzt. Meist beginnt jemand Teilzeit und verlagert seine Tätigkeit vom angestammten Beruf sukzessive hin zur Reiki Tätigkeit. Im Entfaltungsprozess wird so vieles immer wieder neu anzupassen und zu verändern sein. Auch die Rahmenbedingungen in der Gesellschaft sind fluid. Die meisten Karrieren verlaufen Zickzack und die eines Reiki Profis wahrscheinlich auch. Am Ende zählt der „Erfolg“.

 

Ende gut, alles gut

Diese Tour d’horizon nimmt nicht in Anspruch des Rätsels Lösung zu sein so unter dem Motto, wenn Du das alles machst, dann ist Dein Erfolg Dir gewiss. Sie wiedergibt einige unserer Erfahrungen und Beobachtungen. In Tat und Wahrheit sind es „nur“ Massnahmen im Hierundjetzt, in der sogenannten „Realität“. Sie scheinen mir banal im Verhältnis zu was wirklich zählt und „Erfolg“ bringt … und diesmal definiere ich Erfolg mit „zum höchsten Gut aller Beteiligten“.

Mich dünkt, dass der Schlüssel zum Erfolg, insbesondere für Reiki Lehrer in einem selber zu suchen ist, in der eigenen Authentizität und dem Commitment. Es hat mit der eigenen Verbindlichkeit zu tun, der Passion, der Risikobereitschaft zum Loslassen und der Hingabe, dorthin zu gehen, wo reiki einen hin ruft. 

 

Der Autor

René Vögtli, seit 1992 Reiki vollberuflicher Reiki Profi zusammen mit Frau Mischa Vögtli. Sie verfolgen die Vision „Reiki dient individueller und globaler Heilung  – Reiki zu verbreiten, das ist unsere Berufung.“

 

Begrifflichkeiten

  • Als Autor rede ich oft in der ich-Sprache. Wenn ich den plural benutze, dann meine ich meine Frau Mischa und mich, René und damit reiki-international.
  • Reiki Lehrer (Meister) und Reiki Prinzipal (Meister-Lehrer) ist im Sinne unserer Webseite zu verstehen.
  • Bei der Schreibweise in männlicher Form (z.B. Meister, Lehrer) sind beide Geschlechter gemeint (also auch die Meisterin, die Lehrerin).
  • Reiki Lehrer und Reiki Meister werden hier meist synonym angewendet. Lehrer steht im Vordergrund wenn es um das Vermitteln von Inhalten geht und Meister wenn die Initiation angesprochen ist.
  • Therapeut und Behandler sind synonym angewendet.
  • Behandeln bezieht sich in diesem Artikel auf Behandlung in persona und mit Berührung. Die Möglichkeit der Fernbehandlung kann miteinbezogen werden. Dann sind zudem die im zweiten Grad unterrichteten Richtlinien und ethischen Grundsätze zu berücksichtigen.
  • Mit Reiki ist Lehre und Praxis gemeint und reiki ist so geschrieben wenn es sich auf das energetische Phänomen „aus dem Ursprung des Lebens“ (Zitat ProReiki) bezieht.