(Fifty) Shades of Colour oder vom Suchen und Finden

Neulich fuhr ich eine Strasse entlang und sah ein Plakat mit der Überschrift „Dürfen wir uns bei der Selbstfindung auch mal verlieren?“ Man blickte dabei von oben auf eine Frau mit Hut inmitten eines grünen Blättermeers. Ein schöner Anblick, fand ich, obwohl das Wort „verlieren“ gemeinhin doch eher in negativem Kontext gebraucht wird. Ausser vielleicht, wenn die letzten hartnäckigen Winterpfunde, die uns vom Wohlfühlgewicht trennen, endlich der Aufforderung „Get lost!“ folgen.

Selbstfindung und Midlife Crisis
Der Begriff „Selbstfindung“ ringt so manchem heutzutage nur noch ein müdes Lächeln ab. Das liegt vermutlich daran, dass wir ihn zu oft gehört haben. Auch vor meinem geistigen Auge erscheint sofort das Bild einer frustrierten Ehefrau, die ihrem grauen Alltag mit einem wortkargen Ehemann und nörgelnden Teenie-Sprösslingen entfliehen will, um sich endlich selbst zu verwirklichen. Bei Männern – interessanterweise nur bei diesen – nennt man dieses Ausbrechen aus dem gewohnten Umfeld „Midlife Crisis“. Dem Klischee folgend mutiert ein Mann in den besten Jahren dabei zum Möchtegern-Zwanziger, probiert sich neu aus und hat ein Faible für halb so alte weibliche Begleitungen.

Aber wann und warum wollen wir uns überhaupt selbst finden? Und ist uns selbst zu verlieren zwingend etwas Schlechtes?

Einfarbig oder bunt?
Jeder von uns setzt sich in seinem Leben Ziele, möchte etwas erreichen, wie auch immer dies ausgestaltet sein mag. Und eines Tages – das muss nicht erst in der Mitte unseres Lebens sein – laufen wir über die Ziellinie. Wir freuen uns, sind stolz, geniessen es … für eine Weile. Bis wir uns fragen: War das alles? Was kommt jetzt? Habe ich noch Träume, die ich verwirklichen, noch Talente, die ich ausleben möchte? Kurzum: Hat meine Persönlichkeit nur diese eine Farbe oder bin ich vielleicht doch bunter als ich dachte?

Lost and Found
Eine Phase der Suche und des Wandels beginnt. Selten können wir diesen Prozess kontrollieren. Wir verlieren sie vielmehr, die zuvor so sorgsam gepflegte Kontrolle. Aber gerade das kann sehr befreiend sein. Und es führt uns vom Suchen zum Finden. Um auf das Plakat zurückzukommen: „Sich verlieren“ möchte ich dort gern ersetzen durch „loslassen, sich fallenlassen, auf das Leben vertrauen“.

Unser Leben befindet sich stetig im Wandel. Reiki unterstützt uns in jeder Phase unseres Lebens und hilft uns dabei, loszulassen, zu wachsen und unseren ganz eigenen Sinn des Lebens (wieder) zu finden. Wie sagte eine langjährig Reiki-Praktizierende so passend zu mir: „Durch Reiki bin ich vom Suchen zum Finden gekommen. Früher habe ich gesucht, jetzt finde ich nur noch.“

Viel Spass beim Finden!


Danke Christina!

Dieser Artikel wurde von Christina Schlömer als Gastautorin verfasst. Christina ist in der Ausbildung zur Reiki Meisterin. Mit Reiki  fing sie 2015 an und ist hauptberuflich als Assistentin der Geschäftsführung in der Papierhandelsbranche tätig. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert