In regelmässigen Abständen breche ich eine Lanze für Schulmediziner. Dieser Arzt schreibt ohne Selbstzweck und ist ein Beispiel, wie viel bedachter und achtsamer manch ein Arzt ist, als der Laie es diesem Berufsstand gutschreibt.
Natürlich gibt es andere … der Ruf nach evidenzbasierter Medizin in unserer Gesellschaft ist laut. Nicht zuletzt wegen dem Konsumenten … genauer dem Patienten, also wegen uns, werte Leser. Denn wenn wir Effizienz und Kostensenkung wollen, dabei Pflegepersonal unterbezahlen und mit schlechten Arbeitsbedingungen auch die besser verdienende Ärzteschaft demotivieren, dann schaffen wir Nährboden für Vollautomatisierung und Bürokratie. Paradoxerweise möchte ich dazufügen, denn diese Entwicklung verbaut der Komplementärmedizin das Terrain, wenn sie doch eben günstiger und menschlicher für alle Beteiligten wäre. Ich komm vom Thema ab. Entschuldigung.
Ich wollte lediglich bestätigen, dass es natürlich jene Ätzte auch gibt, welche mancherorts nach einem ‚aber‘ aufgeführt werden, wenn ich von positiven Erlebnissen im Umgang mit der Schulmedizin erzähle. Die folgende Geschichte ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Nicht zuletzt, weil sie von einem Arzt kam, den wir nicht kannten und wir sie von ihm unaufgefordert erhielten. Er hat sich Zeit genommen eine für ihn berührende Erfahrung zu teilen. Einfach so.
Thea, die Patientin
Thea nannte sich bei einem anderen Namen, aber treffend ist er trotzdem. Mischa und ich erhielten dieses Email:
„Ich bin der Hausarzt von Thea gewesen, die heute morgen im Pflegeheim friedlich starb.
Sie war der einzige Patient von mir, der wie ich in Reiki eingeweiht war, ich habe den zweiten Grad. Das ist auf einem Dorf auf dem Lande von Seltenheitswert.
Thea wurde 88 Jahre und ich wollte Ihnen einfach sagen, dass sie sich jeden Tag eine Reiki-Selbstbehandlung gegeben hat, wobei sie sich aber im Wesentlichen auf den Kopf-Hals-oberer Brustkorbbereich einschränkte.
Thea ….. Also Geschenk Gottes, die begnadet ist, die Heilende. Ihre Grossmutter war Warzenbesprecherin und konnte auch andere kleine Heilungen durchführen. Sie hat aber zu Thea als diese noch klein war gesagt, dass sie niemanden ausserhalb der Familie behandeln solle, weil ihre Kräfte zu schwach seien im Vergleich zu ihr selbst.
Gestern abend sass ich 2 Stunden allein an ihrem Bett und ich habe an vieles gedacht, u.a. auch diejenigen, die Thea vor über 15 Jahren in Bremen in den ersten Grad eingeweiht haben. Sie hat immer mit höchster Hochachtung von Ihnen gesprochen. Mit Reiki konnte sie sich selbst, ihren Enkeln und anderen Familienangehörigen z.T. helfen, aber sie hat im Sinne ihrer Grossmutter keine Menschen ausserhalb behandelt. In bereits höherem Alter von fast 80 Jahren war sie einige wenige Male bei unserem Reikitreffen, wo ich selbst 2002 eingeweiht worden war. Kennengelernt habe ich Reiki allerdings bereits 1993 als die Patientin eines Kollegen in unserem psychiatrischen Zentrum von den Angehörigen zu einer Reikimeisterin gebracht werden wollte. Wie Sie sich vorstellen können, war uns dies damals sehr suspekt.
Ich bin abgeschweift. Ich dachte mir einfach, dass es für Sie als Lehrer von Interesse wäre, dass es jemand gab, der sich sehr diszipliniert bis in hohes Alter selbst behandelt hat, jeden Tag.“
Selbst behandelt,
bis ins hohe Alter!
Der deutsche Arzt
Lustigerweise hören wir oft in Deutschland, dass bei uns in der Schweiz vieles anders und besser sei als mit den Ärzten in Deutschland. Das ist deshalb lustig, weil ein Grossteil der Mediziner hierzulande Deutsche sind. Der Arzt in unserer Geschichte ist Deutscher in Deutschland und 57 Jahre alt.
In der Korrespondenz, die sich im Anschluss an sein Mail ergab, erzählte er wie er selbst zu Reiki gekommen ist und von den Nöten und Ängsten eines Arztes. Hier Auszüge seiner Aussagen:
„1982 habe ich 6 Monate als Praktikant auf einer inneren Station gearbeitet. Ich war damals oft mit chronischem Leiden konfrontiert. Der Tod wurde damals ausgeblendet, da waren keine begleitenden Gespräche für mich. Wenn dann hatte die Nachtschwester mal eine halbe Stunde Luft um sich an das Bett zu setzen. Am zweiten Tag des Praktikums wurde eine Frau obduziert, die ich am ersten Tag gewaschen hatte. Der Pflegeschüler schleppte mich mit dahin, er wollte mich davon abbringen, Arzt zu werden. Ich wollte mir keine Blöße geben, obwohl es der brutalstmögliche Kontrast ist, wenn man jemand den man am ganzen Körper berührt hat, sieht wie sie aufgeschlitzt wird. Was ist ein menschlicher Körper wert, wie geht man mit ihm um. Das ist lange her, es hat mich aber umgetrieben und Kübler-Ross konnte mein Denken beeinflussen, weil sie eine menschliche Ärztin wurde. Das Spirituelle habe ich erst später bei ihr registriert.“
„Der Arzt im Krankenhaus hat häufig Angst vor der Aggression, also wegen Fehler oder Fehlentwicklungen angezeigt zu werden. Demnach wird dem Patienten auch nicht viel anvertraut und oft wird während des Diagnostikprozesses wenig geredet. Der Mensch sitzt oder liegt da rum und ist seinen Ängsten ausgeliefert, die er so weit es geht verdrängt.“
„Ich habe an der Universität Ulm studiert und da war gerade Thure von Uexküll in Rente gegangen und es waren noch ein paar Funken echter psychosomatischer, patientenzentrierter Arbeit in der Luft. Hat sich nicht lange gehalten. Es blieb ein grünes Buch von ihm. Kern ist die achtsame Begegnung. Das aber ist schwer in den Klinikalltag zu integrieren.“
„Heute hängt in meinem Arztsprechstundenraum meine Urkunde vom ersten Grad. Es fragt nie jemand danach. Aber wenn, dann würde ich sagen, ich darf mit den Händen berührend behandeln. Letztlich mache ich es viel zu selten. Gut, aber dieses schreiben zu können, gibt mir neue Anregungen.“
Emapthie
Wenn ich mir vorstelle, und davon bin ich überzeugt, dass die allermeisten Ärzte ihren Beruf aus der Überzeugung gewählt haben, in erster Linie den Menschen zu helfen, und anhand solcher Geschichten sehe, wie schwierig es für sie ist, wie schwierig wir es oft den Ärzten machen, dann … Ich hoffe, dass es Ihnen ähnlich geht und sich ein Betrachtungswinkel öffnet, der in erster Linie Mitgefühl hervorruft, nicht nur für die Ärzte sondern für alle, die im Gesundheitsdienst oftmals so aufopfernd dienen.
René Vögtli
Vielen Dank für diesen Bericht!!! Ich möchte etwas erzählen. Es ist schon ein paar Jahre her, wir hatten einen Herzchirurgen in unserem Freundeskreis. Bei einer Silvesterfeier standen wir nun mit dem Thema „Ganzheitlichkeit in der Heilung“ zwischen allen Gästen und ich erwähnte Reiki.
Ich hätte diese Party bald fast vergessen, aber nun kam ein Anruf vom Eduard, er brauchte Reiki! Seine Stimme sagte schon viel, auch sein kleiner Kommentar – „Skalpell an die Tür schmeißen“ – es wurde eine Grenze angedeutet, Überarbeitung … „Rettungsdienst“ an Ärzte. Ich konnte spontan Termine für ihn machen.
Reiki für einen Herzchirurgen, der gebeugt(!) bis zu 8 Stunden am Patienten steht…. Und hier lag er auf der Reiki-Liege und durch mich, mit bloßen Händen, durch das Herz und was auch immer … floss etwas zu ihm, was ihm wieder half, zu sich zu kommen…. Es dauerte so zirka ein halbes Jahr… Ab und zu verschwand er auch aus unserem „Geschehen“. (Ich wusste irgendwie, es geht ihm gut.) Dann tauchte er wieder auf und berichtete, er sei an der Ostseeküste gewesen und mit dem Fallschirm gesprungen!!! Wow! Er brauchte ein positives Adrenalin! Ja, das tat ihm gut! Und wieder wollte er Reiki… Etwas später brachte er jemanden mit. Das war seine Kollegin, eine Krankenschwester, die genauso viel Last beruflich trägt. Auch sie bekam eine Reiki-Session…. Wir wussten, dass sie ein Paar sind und bei Reiki hatte ich auch ein Gefühl, es tut sich etwas für die Zukunft…. Nach einer gewissen Zeit erfuhren wir, dass sie heiraten und ein Kind unterwegs ist. Ihr Lebensweg führten sie dann in eine andere Stadt, wo er eine gute Stelle in einer leitenden Position bekam, und auch ein weiteres Kind auf die Welt kam…. Ich bin sehr dankbar, dass ich sie mit Reiki begleiten konnte…und dass er als Arzt „offen“ geblieben ist für das Annehmen der Hilfe durch Reiki.
danke. das passt doch gut.
(BTW ein Herzchirurg hat bei mir unlängst das Seminar gemacht. Es ist unglaublich, welch Verantwortung und Stress diese Menschen tragen. Jedenfalls freut mich die Vorstellung, dass nun seine Patienten reiki-unterstützt am offenen Herz operiert werden. Mindestens so wichtig ist, dass er für sich selbst Reiki hat und seine Resilienz im Spitalstress fördert.)