Von der Hiobsbotschaft zur Gelassenheit. Mit Umwegen.

Im März schaffte ich es auf dem Zahnfleisch über die Ziellinie: Der Reiki-Dokumentarfilm und das dazugehörige Archiv, an dem ich anderthalb Jahre gearbeitet hatte, wurden veröffentlicht. Nur drei Monate später – gerade als wir nach Sikinos in den Sommer fuhren – erreichte uns eine Hiobsbotschaft.

Die Hiobsbotschaft

Ich hatte das Videoarchiv mit dem historischen Material auf Vimeo zur Verfügung gestellt. Doch aus dem Nichts entschloss sich die Plattform, ihre Dienste einzustellen bzw. Konditionen zu fordern, die ich weder der Reiki-Gemeinschaft noch mir selbst antun wollte. Das geschah genau zu einem Zeitpunkt, an dem ich mir ohnehin schon länger die Augen über unsere Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Giganten rieb.

Die Videoarbeit ist ein Dienst für die Reiki-Gemeinde. Gute Arbeit muss finanziert werden, weshalb die Videos eigentlich gegen Entgelt angeboten werden sollten. Das plötzliche Wegfallen von Vimeo bedeutete neben dem Verlust der Dokumentationen für viele Zuseher auch eine existenzielle Bedrohung für uns. Es war wichtig, nun nicht panisch zu reagieren und vom Regen in die Traufe zu geraten, sondern bedacht eine nachhaltige Lösung umzusetzen.

Die Lösung

Unser Plan B half, Ruhe zu bewahren: YouTube. Und dann ist da ja Adriano Fattizzo, mein langjähriger Partner, der für Design und Technik verantwortlich ist. Er ist eine Quelle der Bedachtsamkeit, der Kompetenz und – ! – der tatkräftigen Umsetzung.

Als Erstes besannen Adriano und ich uns auf unsere gemeinsamen Werte: Unabhängigkeit und Fairness. Wir suchten eine elegante, ästhetische und nutzerfreundliche Lösung. Ein Beispiel: Die Untertitel haben wir zwar technologisch kreiert, danach wurden die vielen Fremdsprachen jedoch von echten Menschen achtsam überarbeitet.

Ganz unabhängig von Monopolisten wird man natürlich nicht über Nacht, aber wir haben durch eigene Innovation ein grosses Mass an Befreiung erreicht. Hierzu kann ich Adriano nicht genug applaudieren!

Die Lösung sieht so aus: Alle unsere Videos werden zukünftig direkt und kostenfrei zugänglich sein. Eine freiwillige Spende kann, muss aber nicht gemacht werden. Dass wir uns damit ein Stück weit von der Grosszügigkeit unserer Reiki-Leute abhängig machen – nun, das wissen wir und es fühlt sich gut an.

Dieses Problem hat uns den Sommer über viel Hirnschmalz und Herzblut gekostet. Und noch sind wir nicht ganz bereit für die Veröffentlichung. Dir, lieber News-Leser, gönnen wir aber vorab gerne einen exklusiven Einblick (Untertitel auf DE einschalten): 

Watch for Free, Choose Your Contribution — The Complete 66 Steps + Provoke and Evolve Archives

Ein Reiki-Seminar

Mischa und ich weilen jeweils drei Monate auf der Insel. Das ist nicht einfach „Ferienmachen“, sondern Teil unserer Lebens- und Arbeitsgestaltung.

Bis vor Corona ergaben sich jeden Sommer ein oder zwei spontane Seminare neben unserem festen Programm. Seitdem leider nicht mehr. Vor der Abreise wünschte ich mir ganz explizit, dass dieses Jahr wieder einmal etwas aus heiterem Himmel zustande kommen würde.

Und siehe da! Ein Kaffee auf dem Dorfplatz. Ein Pärchen Mitte 40 am Nachbartisch – Athener Ingenieure aus der Energieindustrie. Ein Wort führte zum anderen. „Und was macht ihr so?“, fragte die Frau. „Wir sind auch im ‚Energiegeschäft‘. Wir sind Reiki-Lehrer“, meinte Mischa lachend. Zwei Tage später war die Frau bei mir im Seminar.

Reiki unterrichten zu dürfen in diesem Setting, bei uns zu Hause mit offenen Türen, Sonnenschein und schattenspendender Pergola … Sich ganz in die Praxis fallen zu lassen, ohne Videos, kaum Theorie, nur Reiki und dessen Einfachheit: Welch Privileg!

Behandeln, behandeln, behandeln …

Mischa gab viele Behandlungen. In ihrem Artikel „Intensiver(!) Reiki-Sommer“ gewährt sie einen Einblick. (Klammerbemerkung: soeben haben wir eine Kundenreaktion von Sikinos erhalten. Siehe …. link). Dass sie auch ein kleines Mädchen mit Niereninsuffizienz sehr erfolgreich behandelte, erwähnt sie so wenig wie all die anderen Hands-on- und Fernbehandlungen. Auf der Insel spricht man ehrfürchtig von der „Missha-Therapia“.

Ich wurde dabei Zeuge einer interessanten Anekdote: Die besagte Französin und ihr Mann (der Chirurg) fanden den Weg zu Mischa auf Empfehlung eines befreundeten Bildhauers. Als ich diesen am Meer traf, meinte er noch: „Mischa behandelt unsere Freundin, super! Aber ihr Mann, der Chirurg, der wird das kaum verstehen.“ Der Künstler hat sich völlig getäuscht, wie man bei Mischa nachlesen kann. Das ist typisch! Oft werden vorgefertigte Meinungen auf andere projiziert (Schulmediziner sind ein besonders beliebtes Ziel). Dabei liegen sie nicht nur meist daneben, sondern sind obendrein destruktiv für Beziehungen. Schade und unnötig!

Und dann brach ich mir meine Zehen

Fünf Wochen vor Ende unserer Zeit fiel ich nachts im Dunkeln eine steile Steintreppe hinunter. Da lag ich nun am Boden. Mischa rief besorgt aus dem Bett: „Alles ok?“ Schädel? Keine Verletzung. Wirbelsäule? Hüften? „Bleib nur oben, alles gut, nur der Fuss tut weh“, rief ich zurück. (Sie horchte nicht auf mich.)

Danach hatte ich den Fuss einen Monat im Gips – eine längere Saga. Ich humple immer noch und die Heilung steht noch aus. Ich habe keine Ahnung, wie es ohne Mischas tägliche Hands-on-Behandlungen wäre, und ich möchte es mir gar nicht ausmalen.

Erwähnenswert ist aber dies (und wer mein oft ungeduldiges, hyperaktives Wesen kennt, wird staunen): Diese Zeit der Immobilität erduldete ich mit stoischer Gelassenheit. Meine gute Stimmung war nie gedämpft, ich war immer „gut drauf“. Das war eine völlig neue Erfahrung und ich entdeckte eine neue Seite an mir. Grossartig!

So geht’s weiter

Dieses Wochenende schon darf ich ein Reiki-1-Seminar geben. Ich freue mich darauf, dort genau das zu tun, was ich als meine Berufung betrachte.

Für den weiteren Verlauf lade ich euch herzlich ein, einen Blick auf unsere kommenden Termine zu werfen: https://reiki-international.ch/termine/

Und wie gesagt: Behaltet die Neuveröffentlichung der Archiv-Videos im Auge.

Mit Liebe

Unterschrift René

René

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